Karl Popper

ALBERT EINSTEIN oder Der Irrtum eines Jahrhunderts

Ein Buch über Grundfragen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis
von
Christoph v. Mettenheim
(2009)

ISBN 978-3-8370-3361-8

Albert Einstein
 
 
 

Bericht

 
 
 
 

Diese Website enthielt früher auch ein Diskussionsforum. Bei dessen Einrichtung habe ich seinerzeit alle mir namentlich bekannten Vertreter und Institutionen der theoretischen Physik eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen und mein Buch zu kritisieren. Keiner von ihnen ist der Einladung gefolgt.  Nur interessierte Laien haben damals sich an der Diskussion beteiligt.
Das Diskussionsforum wurde leider durch Einflüsse von außen (Virusbefall? Absicht?) vollständig gelöscht. Die damaligen Beiträge lassen sich leider nicht mehr rekonstruieren. Ich kann nachfolgend nur noch den Text der Einladung (1.) und den Kreis der Adressaten (2.) wiedergeben.
Ich hatte allerdings auf dieser Seite auch eine Paralleldiskussion veröffentlicht, die ich im Einstein-Jahr 2005 aus Anlaß einer Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit


Herrn Dr. Markus Pössel
Max Planck-Institut für Gravitationsphysik,
Albert Einstein-Institut, in Potsdam

geführt habe. Da ich die Datei dieses Schriftwechsels gesichert hatte, kann ich ihn unten (3.) unverändert wiederholen:


1. Text der Einladung:

Dr. Christoph v. Mettenheim
Adresse

Adressat
(Institut für Theoretische Physik
Max Planck Institut pp)

Einladung zur Teilnahme am Diskussionsforum zu: Albert Einstein oder Der Irrtum eines Jahrhunderts

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Brief möchte ich Sie höflich auf mein Buch

Albert Einstein oder Der Irrtum eines Jahrhunderts

hinweisen, das im Internet auf der Website < http://www.christoph.mettenheim.de/  > 
kostenlos heruntergeladen werden kann. Auf der Seite finden Sie nunmehr auch ein Diskussionsforum. Da das Buch den Tätigkeitsbereich Ihres Instituts unmittelbar betrifft, sind Sie hiermit herzlich eingeladen, die Diskussion zu eröffnen oder an ihr teilzunehmen.
    Das Buch wendet sich besonders gegen die Relativitätstheorie und die Quantentheorie. Es weist nach, daß beide Theorien auf schwersten logischen und mathematischen Fehlern aufbauen. Eine komprimierte Darstellung des mathematischen Fehlers, von dem Einsteins Relativitätstheorie ausgeht, finden Sie direkt auf der Website durch Anklicken des Feldes „Einsteins Rechenfehler“. Im Anhang des Buchs werden gleichartige mathematische Fehler dargestellt, die sich in modernen Lehrbüchern der Relativitätstheorie finden, beispielsweise in dem Lehrbuch „Spezielle Relativitätstheorie“ von Greiner/Rafelski.
    Auch wenn das Buch ausdrücklich als Herausforderung an die theoretische Physik formuliert ist, bitte ich Sie, es nicht als persönlichen Angriff aufzufassen. Mir ist bewußt, daß die gegenwärtigen Verhältnisse in der theoretischen Physik auf einer historischen Entwicklung beruhen, die wenig glücklich verlaufen ist. Das habe ich in dem Buch auch im einzelnen dargestellt. Andererseits sind aber dem Buch und der Einrichtung des Diskussionsforums jahrelange intensive Bemühungen um eine inhaltliche Diskussion mit theoretischen Physiker vorausgegangen, die ausnahmslos jeweils von deren Seite einseitig beendet wurden, als sie meinen Argumenten nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Kein einziger theoretischer Physiker, den ich ansprechen konnte, war bereit, sich der Diskussion ehrlich zu stellen. Zugleich ist Kritikern der Relativitätstheorie und der Quantentheorie auch der Zugang zu den wichtigen Medien (Fachzeitschriften, Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen) verschlossen und selbst das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine Hilfestellung ausdrücklich verweigert. Der zuständige Staatssekretär, Herr Professor Dr. Meyer-Krahmer, selbst Physiker, stand selbst für eine kurze persönliche Unterredung wegen Terminschwierigkeiten nicht zur Verfügung, obwohl die Wahl des Termins ihm überlassen war. Daher bleibt mir nur noch dieser Weg, um zu versuchen, einen Zustand zu überwinden, der nach meiner festen Überzeugung den Fortschritt der Physik als Wissenschaft systematisch behindert.
Es ist unwissenschaftlich und verantwortungslos, Studenten mit physikalischen Theorien zu indoktrinieren, die man selbst nicht verstanden hat. Wer die Relativitätstheorie oder die Quantentheorie an einer Hochschule lehrt, müßte deshalb auch in der Lage sein, sie gegen Argumente zu verteidigen. Die Auseinandersetzung mit sachlicher Kritik ist moralische Verpflichtung jedes Hochschullehrers. Diese Auseinandersetzung wird sich ohnehin langfristig nicht vermeiden lassen, weil meine Website dauerhaft zugänglich bleibt und die Fragen, die sie aufwirft, mit Sicherheit früher oder später auch von Studenten gestellt werden. Deshalb geht dieses Schreiben gleichlautend an verschiedene Institutionen der theoretischen Physik in Deutschland, Österreich und der Schweiz um den Betroffenen Gelegenheit zu geben, sich der Kritik zu stellen. Nähere Einzelheiten finden Sie auf der Website. Dort ist auch die Liste der übrigen Adressaten einsehbar. Auf dem Diskussionsforum wird man dann sehen können, ob die Adressaten meiner Kritik irgendetwas entgegenzusetzen haben oder nicht.
    Die Ziele des Buchs gehen aber wesentlich weiter. Es enthält einen neuen Versuch, die Diskussion über die theoretischen Grundlagen der Physikwissenschaft in Gang zu setzen, um die Karl Popper sich jahrzehntelang vergeblich bemüht hat. Darin liegt zugleich ein Versuch, die Einheit der Wissenschaft zu bewahren. Insofern ist das Buch einer Fortsetzung der Bemühungen in meinen früheren Büchern. Ich würde mich besonders freuen, wenn Sie sich entschließen könnten, daran mitzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim

 
2. Adressaten der Einladung:

Der Einladungstext wurde folgenden Adressaten zugesandt:

Deutsche Physikalische Gesellschaft

Österreichische  Physikalische Gesellschaft

Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft für Gravitationsphysik

Schweizerische Physikalische Gesellschaft

Einsteinhaus, Bern

Institute für theoretische Physik der Universitäten
Dresden, Frankfurt, Freiburg,  Göttingen,
Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen,
Wien, Zürich

 

3. Korresondenz mit Dr. Markus Pössel, Max Planck-Institut für Gravitationsphysik, Albert Einstein-Institut, Potsdam

Vorausgegangen war eine Diskussion auf der Einsteinjahr-Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, an der sich auch Dritte beteiligt haben und die auf Veranlassung des Ministeriums von der zuständigen Internetredaktion einseitig unterbunden wurde (nachfolgend Dokument Nr. 1). Die Korrespondenz mit dem Max Planck-Institut schließt sich daran an.


Dokument Nr. 1
7. 6. 2005

Stefanie Werner |  Agentur Einsteinjahr 2005
Neue Schönhauser Straße 3-5 | 10178  Berlin-Mitte
fon: +49 30 240 84 161 | fax: +49 30 240 84 160
werner@einsteinjahr.de | www.einsteinjahr.de

 

Guten Tag Herr von Mettenheim,
Guten Tag Herr Vetter,

hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Einträge in unserem Gästebuches auf www.einsteinjahr.de herausgenommen wurden. Damit wollen wir die Bedeutung Ihres wissenschaftlichen Diskurses auf keinen Fall schmälern. Im Gegenteil, wir haben unseren Partner, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, hinzugezogen, um Ihre Argumente von Experten prüfen zu lassen und Ihrer Fragestellung genau nachzugehen. Sobald uns eine Stellungnahme vorliegt, werden wir sie Ihnen persönlich zukommen lassen.

Das Gästebuch des Einsteinjahres ist leider nicht als Forum konzipiert und kann komplexen und sehr tiefgehenden physikalischen Fragestellungen, wie den Ihren, nicht gerecht werden. Ich möchte Sie deshalb um Verständnis bitten und in ähnlich wissenschaftlichen Fragen an das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik verweisen.

Kontaktdaten:
Max Planck Institute for Gravitational Physics (Albert Einstein Institute)
Am Mühlenberg 1
D-14476 Potsdam


Tel: +49-331-567 70
Fax: +49-331-567 7298

Webseite: http://www.aei.mpg.de/english/metanavi/contact/address/index.html

Vielen Dank für Ihr Verständnis
Mit freundlichen Grüßen                       

Stefanie Werner
Internetredaktion


Dokument Nr. 3
10. 6. 2005

Sehr geehrte Frau Werner,

besten Dank für Ihre Nachricht. Ich verstehe nicht ganz, warum die Leser Ihrer Seite nicht wissen sollen, daß die Relativitätstheorie umstritten ist. Wäre es denn so schlimm, wenn der eine oder andere vielleicht anfinge, selbst darüber nachzudenken? Ich dachte, wir hätten diese Art von geistiger Bevormundung seit Galilei überwunden. Was jetzt noch auf der Seite zu lesen ist, hat doch wohl weder mit Bildung noch mit Forschung etwas zu tun, sondern dokumentiert nur noch den üblichen Geniekult, bei dem das Publikum dazu applaudiert, daß andere ihm die Mühe des Denkens abnehmen.

Sehr begrüße ich dagegen Ihren Schritt, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, hinzuzuziehen. Hoffentlich ist er wirklich in dem Sinne gemeint, daß eine sachliche und offene Diskussion stattfinden soll, bei der ich Gelegenheit erhalte, auf eine Stellungnahme des Instituts auch wieder zu antworten, und die nicht von Seiten des Instituts einseitig beendet wird, sobald man dort in ernsthafte argumentative Schwierigkeiten gerät. Ich jedenfalls sichere Ihnen zu, daß ich mich  j e d e m  sachlichen Argument stellen werde, und hoffe, daß man das von der anderen Seite auch so halten wird.

Auf Ihre nächste Nachricht bin ich sehr gespannt. Wann wird man wohl damit rechnen dürfen?

Mit feundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 4
19. 7. 2005

Sehr geehrte Frau Werner,

Sie hatten mir am 7. 6. 2005 mitgeteilt, daß Sie das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik hinzugezogen haben, um meine Argumente von Experten prüfen zu lassen und meiner Fragestellung genau nachzugehen. Die Stellungnahme des instituts wollten Sie mir persönlich zukommen lassen.

Seitdem sind nun bald sechs Wochen vergangen. In meiner E-Mail vom 10. Juni hatte ich Sie bereits um Mitteilung gebeten, wann wohl mit einer Nachricht zu rechnen sei.  Darf ich Sie daran höflich erinnern? Da es auf Ihrer Einsteinjahr-Seite nur um die Frage ging, ob Einsteins Rechenfehler, den ich auf meiner Website darstelle, von mir erstmals entdeckt wurde oder ob er in der Literatur zur Relativitätstneorie irgendwo diskutiert wird, müßte doch wenigstens dazu allmählich eine Antwort des Instituts zu erwarten sein. Vielleicht könnten Sie einmal nachfragen. Herr Ziegler scheint ja, wenn ich es richtig verstehe, ebenfalls auf eine Antwort zu warten.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 5
28. 7. 2005

Stefanie Werner |  Agentur Einsteinjahr 2005                                                           
Neue Schönhauser Straße 3-5 | 10178  Berlin-Mitte
fon: +49 30 240 84 161 | fax: +49 30 240 84 160
werner@einsteinjahr.de | www.einsteinjahr.de

Guten Tag Herr von Mettenheim,
guten Tag Herr Vetter,
guten Tag Wolfram Ziegler,

mit etwas Verzögerung sende ich Ihnen hiermit den Kommentar des Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik auf die Ausgangsfrage der Diskussion auf den Einsteinseiten: einen angeblichen "Rechenfehler" Einsteins. Ebenso sende ich Ihnen noch mal das Worddokument mit allen Beiträgen zum entsprechenden Gegenstand.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, dass das Gästebuch ein Angebot an unsere Besucher ist einen "Kommentar" zum Einsteinjahr 2005 abzugeben. Dieser kann positiv wie negativ sein und wird nicht gelöscht. Es kann dem Anspruch, gleichzeitig ein Forum für tiefgehende wissenschaftliche Fragestellungen zu bieten, leider nicht gerecht werden.

Deshalb wurde beschlossen, Ihre Einträge aus dem Gästebuch zu nehmen und an eine höhere und in wissenschaftlichen Fragestellungen kompetentere Stelle weiterzuleiten. Das war in keiner Weise eine persönliche Entscheidung der Internetredaktion, ich höre mir gerne ihre Kritik an, bitte Sie aber in Ihren zukünftigen Antworten und Beiträgen nicht weiter persönlich zu werden.

Wie gesagt, am Ende dieser Mail finden Sie die Antwort von Dr. Markus Pössel, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut, Potsdam.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Werner


Dokument Nr. 6
ohne Datumsangabe

Angehängte Nachricht von

Dr. Markus Pössel
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/
Albert-Einstein-Institut, Potsdam
Markus.Poessel@aei.mpg.de

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Markus Poessel [mailto:mpoessel@aei.mpg.de]
An: Stefanie Werner
Cc: Elke Mueller
Betreff: Re: WG: Meinungen auf Internetseiten zum Einsteinjahr 2005

 

Hallo Frau Werner,

Elke Müller hat Ihre Anfrage an mich weitergeleitet, und ich habe mir
daraufhin Herrn v. Mettenheims Darstellung auf
http://www.christoph.mettenheim.de/einsteins_rechenfehler.pdf angesehen.

Herr von Mettenheim hat zumindest mit einer Aussage völlig recht: Die
Gleichung (1) und die Gleichungen (2) und (3) widersprechen sich.

Das war Einstein durchaus bewusst.  Gleichung (1), so steht es auch in der
Originalarbeit von 1905, gilt genau dann, wenn die betreffenden Uhren
synchron laufen. Dass Gleichung (1) sich für v ungleich Null nicht mit
Gleichungen (2) und (3) verträgt, heisst demnach, dass die betrachteten
Uhren aus Sicht des relativ zu ihnen bewegten Beobachters *nicht* synchron
laufen.  Diesen Schluss führt Einstein in seinem Artikel denn auch
direkt im Anschluss an die Gleichungen (2) und (3) aus. In der Physik ist
dieses Ergebnis als "Relativität der Gleichzeitigkeit" bekannt - ein
zentrales Element der speziellen Relativitätstheorie.

Dass Herr von Mettenheim in der Ableitung einen "Rechenfehler" zu erkennen
meint, kann ich mir nur erklären, wenn er irrtümlich davon ausgeht,
Gleichung (1) gelte ganz allgemein, anstatt nur für synchron laufende
Uhren.

Mit den besten Grüßen,

Markus Pössel


Dokument Nr. 7
29. 7. 2005

Dr. Christoph v. Mettenheim                                                                   
Adresse

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

Frau Stefanie Werner (BMBF) hat Ihre Nachricht, mit der Sie gegenüber dem Ministerium zu der Darstellung von „Einsteins Rechenfehler“ auf meiner Website Stellung nehmen, ohne Datumsangabe an mich weitergeleitet, was ja wohl auch deren Bestimmung entsprach. Ich möchte Ihnen natürlich in der Sache widersprechen und prüfe z. Zt., wie ich reagieren soll. Dazu habe ich vorab eine Frage an Sie:

Da Sie meine Website kennen, ist Ihnen sicher auch bekannt, daß ich dort inzwischen ein Diskussionsforum eingerichtet und einige Institute für theoretische Physik ausdrücklich und  direkt eingeladen habe, die Diskussion zu eröffnen bzw. an ihr teilzunehmen. Zu den Adressaten dieser Einladung zählt auch das Max-Planck-Institut für Gravitationsforschung, dem Sie angehören. Bisher hat noch keiner der Adressaten auf die Einladung reagiert. Mich würde nun - und das ist meine Frage an Sie - interessieren, ob von Seiten des MPI für Gravitationsforschung  noch eine Reaktion auf meine Einladung  beabsichtigt ist.

Von der Antwort auf diese Frage hängt natürlich auch meine Reaktion auf Ihre Stellungnahme ab. Wenn das MPI nicht reagieren will, müßte ich Ihre Stellungnahme in meinem Diskussionsforum als Stellungnahme des MPI wiedergeben und mich dann dazu äußern. Wenn aber noch mit einer fundierteren Stellungnahme des MPI zu rechnen ist, würde ich diese abwarten und dann zusammenfassend antworten. Der letztere Weg hätte für Sie und das MPI den Vorteil, daß Sie dann auch auf die Erwägungen auf S. 197 f. meines Buchs eingehen könnten, wo ich den Einwand, den Sie gegenüber Frau Werner formuliert haben, daß nämlich Einstein den Widerspruch selbst gesehen habe,  bereits vorweggenommen - und widerlegt - habe.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir diese Frage möglichst bald beantworten könnten. Im übrigen würde ich mich freuen, wenn Ihre Stellungnahme der Ausgangspunkt einer sachlichen, offenen und fairen Diskussion werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 8
31. 7. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

inzwischen habe ich auch meine Antworten auf Ihr Schreiben konzipiert. Ich füge die Entwürfe hier als Dateinalagen bei, um Ihnen Gelegenheit zur Stellungahme zu geben. Falls ich bis zum

Mittwoch, dem 3. August 2005

Nichts gegenteiliges von Ihnen höre, gehe ich davon aus, daß von Seiten des MPI für Gravitationsforschung keine weitere Reaktion auf meine Diskussionseinladung beabsichtigt ist, und werde die angehängten Dateien dann (mit etwa noch nötigen formalen Anpsssungen) auf meiner Website im Diskussionsforum ablegen.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 9
7. 8. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. v. Mettenheim,

zu Ihrer Fehlinterpretation des Originalartikels von Einstein haben ich mit dem Ihnen vorliegenden Text abschliessend Stellung genommen. Zur weiteren Lektuere empfehle ich Ihnen die Buecher von Einstein, "Ueber die spezielle und die allgemeine Relativitaetstheorie (Gemeinverstaendlich)" [Berlin: Springer 2001] und Max Born, "Die Relativitaetstheorie Einsteins" [Berlin: Springer 2003], in denen die Relativitaet der Gleichzeitigkeit anschaulich und zutreffend dargestellt ist.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel


Dokument Nr. 10
8. 8. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

ich danke Ihnen für Ihre Nachricht vom 7. 8. 2005. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat mich gebeten, mich in wissenschaftlichen Fragen an das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik zu wenden, da man im Ministerium für tiefgehende wissenschaftliche Fragestellungen kein Forum bieten könne. Jetzt erfahre ich von Ihnen, daß man auch seitens des Max-Planck-Instituts auf meine Argumente nicht näher eingehen will. Oder habe ich Sie da falsch verstanden?

Sie verweisen mich wegen der Relativität der Gleichzeitigkeit auf Einsteins Buch „Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie“ und Max Borns Buch „Die Relativitätstheorie Einsteins“. Ich habe daraufhin die maßgeblichen Passagen der beiden Bücher nochmals nachgelesen. Sowohl Einstein als auch Max Born setzen bei ihren Erklärungen der Relativität der Gleichzeitigkeit voraus, daß die Lichtgeschwindigkeit "konstant" sei (Einstein S. 11ff; Max Born S. 194). Damit meinen sie, daß die "Lichtgeschwindigkeit unabhängig vom Bewegungszustand des emittierenden Körpers immer denselben Wert" habe (so wörtlich Max Born, Einstein sinngemäß, jeweils aaO). Das bereitet mir Schwierigkeiten. Deshalb bitte ich Sie um Ihre Hilfe wegen der beiden folgenden Fragen.

1. "Geschwindigkeit" wird meines Wissens in der Physik als Quotient von Strecke und Zeit verstanden. Der Begriff "Geschwindigkeit" setzt also einen Zeitbegriff voraus. Ohne einen Zeitmaßstab kann man Geschwindigkeit nicht messen. Oder sehen Sie das anders?

2. Wie wird die von Einstein und Born behauptete Konstanz der Lichtgeschwindigkeit gemessen? Kann man die Konstanz einer Geschwindigkeit messen, wenn man der Messung einen relativen Zeitmaßstab zugrundelegt? Oder kann man bei der Bestimmung der Konstanz einen absoluten Zeitmaßstab voraussetzen und daraus folgern, die Zeit sei relativ?

Für mich sind diese Fragen unlösbar. Ich finde auch in den Büchern von Einstein und Max Born, auf die Sie mich verweisen, darauf keine Antwort. Wenn Sie mir bei der Beantwortung helfen könnten, wäre ich Ihnen zu größtem Dank verbunden.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 11
15. 8. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. von Mettenheim,

der Antwort auf die Fragen, die Sie in Ihrer letzten Mail stellten, ist in der Ausgabe des Born-Buches, auf die ich Sie verwies, die Endnote 17 gewidmet; Informationen zur experimentellen Messung der Lichtgeschwindigkeit finden sich auf S. 325ff.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel


Dokument Nr. 12
22. 8. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

besten Dank für Ihr Schreiben vom 15. 8. 2005. Meine Antwort hat sich verzögert, weil ich mir zunächst die von Ihnen zitierte Max Born-Ausgabe von 2003 beschaffen mußte. Die bisher von mir verwendete datiert von 1969, enthält also nur den Originaltext von Max Born, nicht die Ergänzungen, die Sie und Prof. Dr. Ehlers hinzugefügt haben. In der neueren Ausgabe, die ich jetzt gekauft habe, finde ich aber leider auch keine Antwort auf meine Frage. Außerdem fürchte ich, daß Sie diese Frage anders aufgefaßt haben, als sie gemeint war.

Ich hatte Sie in meinem Schreiben vom 8. 8. 2005 gefragt, wie die von Einstein und Born behauptete Konstanz der Lichtgeschwindigkeit g e m e s s e n  wird. Es ging mir also darum, den  M a ß s t a b  zu erfahren, der bei der Messung der Konstanz angewendet wird. Das hatte ich ganz deutlich hervorgehoben. Die Endnote 17 des Buchs, auf die Sie mich verweisen, befaßt sich aber weder mit der Messung der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit noch mit den dabei angewendeten Maßstäben. Sie befaßt sich allein mit der Definition der Gleichzeitigkeit. Aber eine Definition ist doch nicht dasselbe wie ein Maßstab. Und die Gleichzeitigkeit von Ereignissen ist auch nicht dasselbe wie die Konstanz einer Geschwindigkeit. Oder sehen Sie das anders?

Ihr Hinweis auf S. 325 ff. des Buchs hat mir leider auch nicht weitergeholfen. Dort werden zwar eine Reihe von Experimenten zur Lichtgeschwindigkeit dargestellt. Aber die wenigsten betreffen überhaupt die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, und soweit diese betroffen ist, wird ebenfalls an keiner Stelle dargestellt, an welchen Maßstäben diese Konstanz gemessen wurde.

Ich stehe also immer noch vor der Frage, wie die von Einstein und Born behauptete Konstanz der Lichtgeschwindigkeit jemals festgestellt werden konnte. Wurde sie überhaupt jemals gemessen? Kann man die Konstanz einer Geschwindigkeit messen, wenn man der Messung einen relativen Zeitmaßstab zugrundelegt? Oder kann man bei der Bestimmung der Konstanz einen absoluten Zeitmaßstab voraussetzen und daraus folgern, die Zeit sei relativ? Wenn die Relativitätstheorie eine empirische Theorie ist, müßte es doch auf diese Fragen eine Antwort geben.

Ich hoffe, daß Sie mir dabei weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 13
11. 9. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. v. Mettenheim,

Masseinheiten fuer Zeit und Laengen werden in der Relativitaetstheorie so definiert wie in der vor-Einsteinschen Physik auch - wie man es eben in der Schule oder in Anfaengervorlesungen lernt -, nur eben jetzt fuer jedes Inertialsystem einzeln.

Was bei der speziellen Relativitaetstheorie als neuer Aspekt hinzukommt - und daher oft zu Missverstaendnissen fuehrt - ist die Rolle der Gleichzeitigkeit bei der Geschwindigkeitsmessungen.  Darauf beziehen sich, in Antwort auf Ihre Frage, ob ein Zeitbegriff vorausgesetzt werde und wie man Geschwindigkeiten messe, meine Buchzitate.

> Ich stehe also immer noch vor der Frage, wie die von Einstein und Born
> behauptete Konstanz der Lichtgeschwindigkeit jemals festgestellt
> werden konnte. Wurde sie überhaupt jemals gemessen? Kann man die
> Konstanz einer Geschwindigkeit messen, wenn man der Messung einen
> relativen Zeitmaßstab zugrundelegt?

Letzteres.  In jedem Inertialsystem werden in gleicher Weise (d.h. unter Benutzung derselben physikalischen Prozesse) Laengeneinheit, Zeiteinheit und Gleichzeitigkeit definiert.  Auf diese bezieht sich die Aussage, die Lichtgeschwindigkeit sei - unabhaengig von der Quellenbewegung - konstant.
Und diese Aussage laesst sich mit den erwaehnten, auf S. 326-336 beschriebenen Experimenten ueberpruefen.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel


Dokument Nr. 14
24. 9. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

ich danke Ihnen für Ihren Brief, den ich nach einer Reise vorgefunden habe. Leider haben Sie meine Frage immer noch nicht verstanden. Das hängt sicher mit der unklaren Ausdrucksweise zusammen, die ich sowohl in Ihren Anmerkungen zu Max Borns „Relativitätstheorie“ als auch in Ihren Briefen feststellen muß. Ich möchte Sie deshalb zunächst bitten, sich deutlicher und vor allem genauer auszudrücken, damit erkennbar wird, was Sie eigentlich sagen wollen. Danach werde ich nochmals versuchen, Ihnen meine Frage verständlich zu machen. Zunächst erläutere ich meine Bitte.

1. Einstein behauptete in seiner ersten Darstellung der Speziellen Relativitätstheorie (ich zitiere wörtlich aus AdP 1905, S. 892, kursive Hervorhebung von mir), „daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande des emittierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit“ fortpflanze. Max Born dagegen schrieb (Relativitätstheorie S. 194, ebenfalls wörtlich mit meiner Hervorhebung), die Lichtgeschwindigkeit habe „unabhängig vom Bewegungszustand des Beobachters“ immer denselben Wert. Wo also Einstein bei dieser zentralen Prämisse der Speziellen Relativitätstheorie die Lichtquelle (den „emittierenden Körper“) anführt, nennt Max Born den Beobachter, ohne aber den Unterschied zu erwähnen oder gar zu erklären. Sie dagegen schreiben (oder bestätigen als Herausgeber) in der Anm. 17 zu Max Born ( S.481, wieder wörtlich mit Ihren Anführungszeichen und meiner Kursivschrift): <<Die Erfahrung lehrt nicht, „daß die Lichtgeschwindigkeit relativ zu einem Inertialsystem immer denselben Wert c hat“>>.

2. Es ist bereits irreführend und deshalb wissenschaftlich nicht korrekt, solche Passagen in Anführungszeichen zu setzen, wenn es sich nicht um wörtliche Zitate handelt. Außerdem ist Ihrer Anmerkung 17 nicht klar zu entnehmen, ob Sie Einstein oder Max Born zustimmen, ob Sie also mit dem Begriff „Inertialsystem“, den Sie auch in Ihrem letzten Brief an mich (letzter Absatz) verwenden, die Lichtquelle (so Einstein) oder den Beobachter (so Max Born) oder etwas anderes bezeichnen. Ich muß Sie also zunächst um eine Klarstellung bitten, denn ohne diese Klarstellung können wir uns in der Frage, um die es eigentlich geht und die ich Ihnen mit meinem Brief vom 8. 8. 2005 vorgelegt hatte, nicht verständigen. Daß der Unterschied physikalisch relevant ist, ist physikalisches Anfängerwissen. Ich habe es mehrfach dargelegt (vgl. Albert Einstein oder Der Irrtum eines Jahrhunderts S. 107).

Mit freundlichen Grüßen

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 15
25. 10. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. von Mettenheim,

zunaechst einmal vielen Dank fuer den Hinweis auf die fehlenden eckigen Klammern in unserer Born-Paraphrase - diesen Satzfehler werden wir mit der naechsten Ausgabe berichtigen.

Zum Inhaltlichen: Es gibt mehrere aequivalente Formulierungen der Grundaxiome der Speziellen Relativitaetstheorie - Hintergrund ist, dass das Relativitaetsprinzip selbst bereits sehr weitreichende Konsequenzen nach sich zieht.  Auch die angesprochenen Versionen von Einstein bzw. Born sind im Zusammenspiel mit dem Relativitaetsprinzip (das die Maxwellsche Elektrodynamik einschliesst) aequivalent.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel


Dokument Nr. 16
25. 10. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

danke für Ihre Antwort! Entweder können Sie mich nicht verstehen oder Sie wollen es nicht. Jedenfalls scheinen Sie zu einer Diskussion auf wissenschaftlichem Niveau nicht in der Lage zu sein, denn unter Wissenschaftlern führen apodiktische Behauptungen bekanntlich nicht weiter. Dort zählen Argumente, sonst nichts.

Ihre These der Äquivalenz verschiedener Formulierungen der Grundaxiome der Speziellen Relativitätstheorie mag mathematisch zutreffen. Daß aber Mathematik nicht dasselbe ist wie Physik, müßte Ihnen als Physiker doch eigentlich geläufig sein. Sie reden also am Thema vorbei! Warum gehen Sie nicht auf die physikalische Frage ein, die ich auf S. 107 meines Buchs und am Ende meines Briefs aufgeworfen habe? Wieder stellt sich die Frage, ob Sie es nicht können oder nicht wollen.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim


Dokument Nr. 17
20. 11. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. von Mettenheim,

aus meiner Sicht ist es gerade andersherum: Hinter unseren Diskussionsschwierigkeiten scheinen mir Ihre diversen (und zum Teil ja recht elementaren) Missverstaendnisse zum Thema Spezielle Relativitaetstheorie zu stecken.  Ich habe versucht, geduldig auf Ihre Fragen einzugehen, aber wenn der Lohn dafuer letztendlich in beleidigenden Aussagen besteht (Stichwort "Diskussion auf wissenschaftlichem Niveau"), sehe ich endgueltig keinen Sinn mehr darin, die Korrespondenz fortzufuehren.

Mein Rat waere: Heuern Sie einen aufgeweckten Physikstudenten etwa ab dem 4. Semester aus einer nahegelegenen Universitaet an, der einen Nebenjob sucht, und lassen Sie sich die Grundlagen der Speziellen Relativitaetstheorie noch einmal systematisch erklaeren - in solch direktem Gespraech sollten sich Missverstaendnisse deutlich einfacher klaeren lassen als per E-Mail.

Mit den besten Gruessen,

Markus Poessel


Dokument Nr. 18
23. 11. 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Pössel,

Ihre Reaktion entspricht genau meinen Erwartungen. Sie selbst finden nichts dabei, in der Korrespondenz mit Frau Werner (BMBF) und mit mir jederzeit von meinem „Irrtum“ oder meiner „Fehlinterpretation“ zu reden, lehnen es aber konsequent ab, diese Ansicht zu begründen und auf sachliche Argumente einzugehen. Und wenn ich Ihre anmaßende Überheblichkeit nach dem Scheitern aller Bemühungen in gleicher Münze zurückzahle, spielen Sie die beleidigte Leberwurst. Billiger geht es ja wohl kaum.

Unsere Korrespondenz hat seit Ihrem ersten Schreiben an das BMBF schlechthin nichts gebracht. Sie läßt sich deshalb wie folgt zusammenfassen:

(1)     Sie haben ausdrücklich eingeräumt, daß die von Einstein verwendeten Gleichungen einander widersprechen, weil sie nur im Fall v = 0 aufgehen. Aber Sie haben nicht erklärt, wie es damit zu vereinbaren ist, daß Einstein die Größe v in seinen weiteren Rechnungen trotzdem als Variable behandelt.

(2)     Sie reden von meiner „Fehlinterpretation“ und nehmen für sich in Anspruch, genau zu wissen, daß Einstein den von mir dargestellten Widerspruch gesehen habe. Aber Sie erklären weder, woher Sie dieses Wissen nehmen, noch, warum ein Jurist nicht ebenfalls in der Lage sein sollte, einen Text zu interpretieren.

Ich beabsichtige, unsere Korrespondenz zu Beginn des kommenden Jahres vollständig auf meiner Homepage zu deponieren. Die Seite findet erfreulichen Zuspruch und ich möchte, daß jeder sich selbst ein Urteil darüber bilden kann, welche „wissenschaftlichen“ Leistungen seitens des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Potsdam zu erwarten sind. Bis dahin gebe ich Ihnen Gelegenheit, sich zu diesem Vorhaben äußern.

Mit freundlichen Grüßen,

Christoph v. Mettenheim

 

 

 
 
 
 
© Dr. Christoph v. Mettenheim,
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